Sauerländer Bogenschützen
Sauerländer Bogenschützen

Am Anfang war nur ein Gedanke - Fortsetzung

Wir „Die Sonntagsjäger“ sind Mitglieder der Sauerländer Bogenschützen, die sich regelmäßig treffen, um gemeinsam den Bogensport auszuüben. Und wie es eben so ist, wird dabei über Dieses und Jenes gesprochen. Und so kamen wir auf die Idee, ein bewegliches Ziel zu bauen. Über den Standort des Zieles waren wir uns schnell einig, denn Grundvoraussetzung ist ein gewisses Gefälle. Und groß bzw. lang sollte es werden, schon ein Unikat.

Das war der Grundgedanke. Nur wie macht man das? Vielleicht einen laufenden Keiler?

 

Dann entstand die Idee ein bewegtes Ziel zu erstellen, welches man von oben beschießen konnte. So ging man auseinander. Aber es dauerte nicht allzu lange, bis erste Entwürfe entstanden. Wie gesagt Entwürfe !!!

Diese Entwürfe wurden dann kontrovers diskutiert.

Bei all den Diskussionen mussten wir aber erst noch die Zustimmung vom Vereins- vorstand einholen, bei dem wir aber sofort auf Zustimmung und Unterstützung gestoßen sind. Jetzt konnten wir anfangen, die Ideen praktisch umzusetzen.

Welcher Platz?

Welches Ziel?
Wie hoch aufgehängt?
Welche Materialen?

Es sind einige Punkte zu beachten und über die mussten wir uns zunächst einig sein. Nachdem das Wesentliche geklärt war, konnte es los gehen . Ein 2D Ziel sollte es werden, und zwar ein Adler.







Dieser Adler sollte dann direkt auf den Bogner zufliegen.

 

Jetzt fing es an, technisch zu werden und einer von unserer Gruppe konstruierte Rollen, die über ein gespanntes Drahtseil talwärts sausen sollte. Die Zeichnung dazu sah wie folgt aus.



Die Rolle war nun entworfen und man war sich darüber einig, wie stark das Drahtseil sein muss. Blieb noch die Frage, wie wir die Rolle auf das Seil bringen. Und wieder hat uns unser technischer Konstrukteur weitergeholfen. Des Rätsels Lösung ist ein Schlitten der drei dieser Rollen beinhaltete und die Zeichnung sah so aus.

Ende Januar war es dann soweit: die neuen Tiere wurden gebeamert. Unter Zuhilfenahme von modernster Technologie wurden die späteren Ziele vom Laptop über einen Beamer auf die Platten projiziert. 

 

Nachdem dann unser Adler auf unseren PE-Platte skizziert war, wurde er mit einer Stichsäge herausgeschnitten und bekam eine Doppelung. Normalerweise bekommen unsere Ziele ihre Aufdoppelung auf der Rückseite als sogenannte Killverstärkung. Unser Adler allerdings bekam seine Doppelung - entgegen allem was wir bislang gemacht hatten - auf seiner Vorderseite. Dort wo nachher der Korpus herausgearbeitet wurde.

Auf diesen Bildern kann man schon erahnen, dass das Ziel seinem realen Vorbild auf jeden Fall in den Abmessungen schon recht ähnlich ist. Nun muss der Korpus noch ein wenig mehr abgerundet werden und der Adler an sich wäre fertig. Fehlt nur noch die Bemalung. Aber das ist ein Kapitel für sich.


Anmerkung der Redaktion: Wir fügen hier Auszüge aus dem eMail-Verkehr zur Adler-Herstellung ein. Das können wir nicht unveröffentlicht lassen:

 

Zitat zur weiteren Abrundung des Adlerkorpus: "Ich habe dem Adler erst einmal einen schönen runden Bauch gemacht. So einen, wie ich auch habe. Den Kopf habe ich auch noch geglättet. Die äußeren Konturen ( Flügel ) habe ich wie besprochen ein wenig abgerundet. Alles was ich abgeschliffen habe, habe ich mit weißer Grundierung gepinselt."

 

Zitat zur Tatsache, dass der Adler etwas schief hängt: "Mmmhh, dann würde ich den alten Steg (die Verstärkung auf der Rückseite) morgen komplett abschneiden und alles was am Adler ist wieder sauber machen, sodass unser Mann am Flammenwerfer ihn erneut fixieren könnte. Werde dann von Hand erst einmal die Mittelachse suchen und mit ´nem Stift farblich markieren. Hoffentlich klappt es auch so, wie ich mir das vorstelle..." 

 

Anmerkung der Redaktion: Bisher hat noch alles gut gehalten, was mit dem Flammenwerfer verschmolzen wurde!!!

Anfang Februar kam die Sibirische Kälte zu uns ins Sauerland und man nahm von Aktivitäten im Freien ein wenig Abstand. Was aber nicht zu bedeuten hatte, dass alles erstarrte. Ganz im Gegenteil! Jetzt wurden Aufgaben erledigt, die man besser allein bei sich zuhause macht, wie z.B. das Zusammenbauen des Schlittens, der dann fertig montiert so aussah.

 

 

 

 

Oder auch der Umbau eines alten Kinderrades, welches zu einer Winde umfunktioniert wurde, um den Adler später immer wieder ohne größere Anstrengung zu seinem Ausgangspunkt transportieren zu können.



Wir alle sind Menschen und die machen ja bekanntlich auch mal Fehler. Und hier ist uns ein kleines Missgeschick unterlaufen. Wie man auf dem Bild sehen kann, muss am Korpus des Adlers noch ein wenig gearbeitet werden. Also wurde er von unserem zentralen Lager abgeholt und in einen privaten Werkkeller verbracht. Dort bekam er den Feinschliff. Als das erledigt war, haben wir den Adler an seiner Rückenverstrebung hochgehalten, um zu sehen wie er wirkt.

 

Doch dann holte uns das Leben schnell wieder ein: Die Abstrebung die später benutzt wird, um den Adler am Schlitten zu befestigen, war von den Abmessungen zwar mittig auf dem Adler angebracht aber vom seitlichen Gleichgewicht lag man sie völlig daneben. Im Klartext: Der Adler hing total schief.

 

Und so wurde mit einem chirurgisch präzisen Schnitt die Abstrebung vom Adler wieder abgetrennt. Die Schnittfläche war in dem Zustand als spätere Kontaktfläche so nicht mehr zu gebrauchen. Also wurde die Abstrebung erst einmal an der Bandsäge entlang geschoben, damit sie wieder eine verwertbare Oberfläche bekam.

 

Nun begann die Suche nach der Mittelachse des Adlers. Unser Adler-Monteur ging da folgendermaßen vor. Er steckte einen Nagel in die ungefähre Mitte des Adlerrückens und hob den Adler daran hoch. Die noch vorhandene Schräglage des Adlers korrigierte er, indem er den Nagel immer wieder etwas versetzte. So fand er den Gewichtsmittelpunkt. Als der ermittelt war, wurde er markiert. Nun hat unser Monteur an den von ihm zur Verfügung gestellten Nagel eine Maurerschur befestigt und das Lot zeigte ihm den Achsverlauf am unteren Ende des Adlers. Diese Position wurde ebenfalls markiert. Jetzt konnte man die relevanten Punkte untereinander verbinden und die Position der Abstrebung war ermittelt. 

Anfang März wurde dann zum Pinsel gegriffen. Und wer schon mal selbst gemacht hat weiß, dass es nicht ganz so leicht ist, wie es ausschaut. Man wird wohl nie eine 100 % Kopie der Natur malerisch hinbekommen, aber wir sind bemüht, dies doch einigermaßen zu schaffen.

 

Und so wurde bei einem zweitägigen Arbeitseinsatz nicht nur der Adler gemalt, sondern auch die ganzen anderen neuen 2D Ziele. Unsere 2D-Ziele zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie Unikate sind!!! Ganz oft bekommen wir auch die Perspektive und die Gesichtsausdrücke sehr gut hin. Das Lob unserer Gäste bestärkt uns darin, weiterhin mit viel Herzblut Tiere zu malen. Aber davon sollten SIE sich nach dem Umbau 2012 vielleicht selbst überzeugen. Hier schon mal ein Bilder vom Adler...



Wie man deutlich beim Vergleich zu der Fotografie weiter oben erkennt, haben wir statt eines Seeadlers einen Weißkopfseeadler gemalt. Der Maler hat sich im Rahmen der künstlerischen Freiheit verwirklicht.

 

Seilstrecke bauen

Nun muss nur noch die Seilstrecke gebaut werden und dann könnte es eigentlich losgehen.

Wer im praktisch-technischen Bereich arbeitet weiß aus eigener Erfahrung, dass immer mal die eine oder andere kleine Hürde zu nehmen ist. Anmerkung der Redaktion: Die Sonntagsjäger haben hier verschiedene Hürden genommen. Das klappte sehr gut! Es zeigte sich, dass ihre immense Lebenserfahrung, welche sie im Laufe des Älterwerdens sammelten nun von großem Vorteil war.

 

Stand 11.Mrz.2012

 

Wie schon befürchtet, klappte nicht alles so wie wir uns das vorgestellt hatten. Die Drahtseile wurden zwar gespannt, der Schlitten nahm auch ordentlich Fahrt auf und trotzdem tauchten noch Probleme auf die es zu bewältigen galt. Unser größtes Problem: Der Hersteller der 200-Meter- Nylonschnur hatte genau in der Mitte der Schnur geschlampt. Die Schnur war aneinander geschweißt, hing zwar zusammen, hielt aber nicht der Belastung stand. Der Schnurlieferant hatte schon alle Mitarbeiter ins Wochenende geschickt und so mussten wir die Arbeiten abbrechen. Und weil es die Sache mit der gerissenen Schnur gab konnte auch die Winde nicht wirklich getestet werden. Murphy´s Gesetz eben !!!

 

Ein weiteres unvorhergesehenes Problem machte dann die Winde. Die ausgedachte Mechanik hat ihren Zweck erfüllt, nur das Gesamtgewicht des Zieles war dann doch zu hoch. Und so musste eine neue Winde her. Bei dieser Winde wurde dann die Felge einer Vespa genutzt. Diese Felge fand ihren Platz auf einem Eisengestell welches eigens hierfür konstruiert und im Wald verankert wurde.


Am 31. März 2012 war es dann soweit. Die Endmontage des bewegten Zieles stand an. Und weil wir ja schon so manchen Arbeitsschritt schon mal gemacht hatte verlief die Endmontage sehr schnell. Und zwar so schnell, dass wir vor offiziellem Parcourumbau 2012 unser Vorhaben seiner Bestimmung übergeben konnten.


Abschließend möchte ich noch die an diesem Vorhaben beteiligten Personen namentlich benennen. Es waren dabei Bernd, Thomas & Luis, Josef, Ditmar, Michael und Didi. Wir denken, dass unser Parcour durch diesen fliegenden Adler um eine Attraktion reicher ist und wünschen allen unseren Mitglieder und Gästen eine schöne Zeit am „Schwarzen Haupt“.

 

Bilder dazu folgen...

 

Anmerkung der Redaktion:  Die obere Runde ist bis Ostern gesperrt.Ab Ostersonntag ist der fliegende Adler beschießbar. Wir freuen uns auf Kommentare dazu...



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